Nach mehreren Jahren der Suche nach einem stilistischen Mittel des Ausdrucks für mein Empfinden der Beziehung zwischen Natur und unserer menschlich geprägten Umwelt, fand ich diese im Blick durch die Seifenblasen.
Ich befasse mich in meinen Kunstwerken mit der Natur, ihren Elementen in unterschiedlichen Stadien und Differenzen in der Zeitschiene des Werdens und Vergehens.
Sowohl in den Seifenblasenbildern, als auch an den von mir gestalteten Brückenpfeilern der Ludwigbrücke in Fürth wird die Wahrnehmung des Betrachters verändert.
Bei dem Blick durch die Seifenblase wird meist eine Verzerrung bzw. optische Irritation der dargestellten Naturelemente wahrgenommen.
Durch die Gestaltung einiger Betonsäulen als Baumstämme wird der Raum unterhalb der Brücke nicht mehr als „Unort“ wahrgenommen. Dadurch bekommt der Betrachter eine neue Perspektive und nimmt die Brücke als neu gestalteten Raum wahr.
Zudem spielt in allen meinen Arbeiten die Gegensätzlichkeit eine große Rolle.
Die Seifenblase als Element für die Vergänglichkeit von künstlich Geschaffenem im Vergleich zur Natur, die sich in einem stetigen Kreislauf befindet. Die perfekt geschlossene Seifenhaut, die innerhalb von Sekunden platzt gegen den natürlichen, fortlaufenden Kreislauf in der Natur.
Diese Gegensätzlichkeit findet sich auch in den gemalten Baumstämmen der Ludwigbrücke wieder. Die technische Konstruktion der Brücke mit den Stahlbetonstützen bekommt durch die Darstellung überdimensionierter Baumrinde auf dem grauen Sichtbeton ein natürliches Erscheinungsbild.
Dabei ist für mich sowohl der Prozess des Schaffens eines Kunstwerkes, die spannende Entwicklung der Gegensätze als auch die Reaktion der veränderten Wahrnehmung des Betrachters wichtig.
Dabei wird der Betrachter am Beispiel der Friedenstaube Teil des Schaffensprozesses und verändert dadurch automatisch seine Wahrnehmung.